Wo China besonders wächst

Ein Blick auf die Landkarte vermittelt nur eine sehr allgemeine Vorstellung von der Größe Chinas. So liegen etwa Shanghai und Shenzhen bei Hong Kong scheinbar recht nahe beieinander im Südosten des Landes. In Wirklichkeit fliegt man etwa zweieinhalb Stunden.

Es gibt auch kaum einen Ort in China, der die Größe und die rasche wirtschaftliche Entwicklung dieses Landes besser illustriert als gerade Shenzhen, wo ich zurzeit wieder einmal Vorträge halte. Denn Shenzhen ist zwar vielen Menschen völlig unbekannt – anders etwa als Shanghai oder Beijing. Aber es gilt als die zurzeit am schnellsten wachsend Stadt Chinas. Und kaum irgendwo im Land ist das Pro-Kopf-Einkommen höher als hier.

Blick aus meinem Hotelfenster auf moderne Sportstätten. Abends zeigen diese "Kristalle" bunte Lichtspiele

 

 

Eingangshalle meines Hotels in Shenzhen

Vor 30 Jahren war es noch ein kleines Fischerdorf. Heute recken sich hier die Wolkenkratzer, haben sich zahlreiche Industriebetriebe – nicht zuletzt auch westliche Investoren – angesiedelt, und wohnen und arbeiten hier mehr als 12 Millionen Menschen. Insbesondere die Elektronikindustrie ist hier beheimatet – mein ipad, auf dem ich jetzt schreibe, dürfte hier Heimatgefühle entwickeln. Grund für das rasche Wachstum: Seit 1980 ist Shenzhen eine Sonderwirtschaftszone, und dank dieser wirtschaftlichen Freiheit boomt es hier. Immer wieder werden neue Stadtteile aus dem Boden gestampft. Ich bin an vielen Großbaustellen vorbei gekommen, auch Straßen werden gebaut, und man sieht viele auch teure Autos aus westlicher Produktion. Ein Hochhaus zu bauen, heißt es, geht in Shenzhen doppelt so rasch wie anderswo. Hier hält man sich mit der Weiterentwicklung des Landes nicht so lange auf wie bei uns. Und der Hafen von Shenzhen hat sich binnen weniger Jahre von nahezu Null zum zweitgrößten Umschlagsplatz Chinas entwickelt.